Kurz und knapp – über Fläschchen und Muttermilch

Als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war, habe ich mir vorgenommen, dass ich ihn möchte. Dadurch habe ich mir keine großen Gedanken gemacht, was die Alternativen sind. Dann ging der Stillstart mit Sam nicht so los, wie ich mir das vorgestellt hatte. Plötzlich steht man vor dem Regal mit der Babynahrung und ist total verwirrt. Die Preise sind nicht gerade niedrig und was brauche ich denn nun eigentlich zum Zufüttern? Welche Flasche ist die Richtige, wenn ich weiterhin stillen möchte? Wann brauche ich HA und wann nicht?

PRE Nahrung

PRE Nahrung ist der Muttermilch am ähnlichsten und daher sollte man definitiv mit dieser Starten. Insbesondere, wenn es sich um ein Baby unter 6 Monaten handelt und noch nicht aufgegeben hat zu stillen. Nun gibt es von jedem Hersteller eine PRE Nahrung, welche ist nun die richtige?Prinzipiell unterliegt Babynahrung sehr strengen Qualitätsstandards, so dass in Deutschland angebotene Babynahrung immer unbedenklich ist. Meine Hebammen haben immer darauf hingewiesen, dass wir darauf achten sollen was unter den Zutaten steht. Einige Produkte enthalten Vanilleextrakt, von diesen sollte man lieber Abstand nehmen, dies gilt auch bei den Folgeprodukten.
PRE hat genau die Nährstoffe die ein Säugling die ersten 6 Monate braucht. Zusatz Information: Unterschiedliche Produkte sollten niemals miteinander gemischt werden.

HA = hyperallergen

Sollte es in der Familie Allergien geben, sollte zu HA Nahrung gegriffen werden. Wenn die Nahrung nur zum Zufüttern gedacht ist und weiterhin gestillt wird, kann man das auch vernachlässigen. Mein Mann und ich haben beide Allergien und haben daher, obwohl ich gestillt haben, zum Zufüttern immer HA Nahrung (PRE) verwendet.

1 er Nahrung

Die 1 er Nahrung enthält mehr Stärke als PRE Nahrung, macht daher also länger satt, entspricht demnach allerdings auch nicht mehr Muttermilch. Wenn man nur Zufüttern möchte, hat meine Hebamme geraten, kann einfach die PRE Nahrung weiter verwendet werden. Man muss nicht unbedingt auf die 1er Nahrung umsteigen.

Folgenahrung

Die Folgenahrung ist gedacht für Babys und Kinder ab 6 Monate und enthält nun immer mehr Stärke, die Zusammensetzung der Nährstoffe verändert sich. Die Folgenahrung sollte dem Alter des Kindes angepasst sein. Sollte man weiterhin stillen und nur ab und an zum zufüttern Ersatzmilch verwenden, kann nach wie vor noch die PRE Nahrung verwendet werden. Die Folgenahrung sättigt natürlich viel mehr und die Nährstoffe sind dem Alter angepasst.

Beikost

Von Beikost spricht man immer dann, wenn Babys etwas anderes bekommen als Milch. Mir wurde bei Jo geraten wegen dem Allergie Risiko möglichst ab dem 4. Monat schon mit der Beikost zu starten und nicht erst nach einem halben Jahr. Da Jo aber Null Interesse am essen hatte, habe ich es immer mal wieder probiert, aber er wollte einfach nicht. Als er dann etwas über einem halben Jahr war fing er an Interesse am essen zu haben.
Daher würde ich beim nächsten Kind nicht auf krampf versuchen mit der Beikost zu starten, sondern ab warten bis das Kind Interesse zeigt. Ein zu früher Start, kostet einfach nur Geld.

Muttermilch

Die Zusammensetzung der Muttermilch passt sich dem alter des Babys / Kindes an. Das es das Kolostrum (lat. Colostrum) gibt und diese sich in Farbe und Nährstoffgehalt von der reifen Muttermilch unterscheidet wissen die meisten Mütter, aber auch im späteren Verlauf ändert sich die Muttermilch immer wieder und passt sich an den Bedürfnissen des Kindes an. Daher habe ich immer mit dem Abstillen gewartet bis ich mir sicher war anschließend kein Fläschchen als Ersatz machen zu müssen. Das „natürliche Abstillen“ kommt langsam wieder in Mode, zumindest habe ich das Gefühl, dass mittlerweile mehr Mütter ihre Kinder erst zwischen zwei und drei Jahren abstillen als noch vor 10 Jahren. Besonders in Gesprächen mit Müttern die bereits größere Kinder haben, hört man von viel mehr Druck von außen als heute. Wobei dieser Druck und das Unverständnis nach wie vor noch eine große Rolle spielt. Einige Mütter geben dem Druck nach und stillen ab, obwohl sie und die Kinder noch nicht bereit dafür waren.
Der Geschmack und die Zusammensetzung der Muttermilch hängt auch von der Ernährung der Mutter ab. Wenn man Muttermilch abpumpt merkt man ganz gut, dass der Geschmack definitiv vom Essen abhängt, egal ob Knoblauch, Curry oder Spagel, man riecht es. Daher liegt es nahe, dass man auf seine Ernährung achten sollte, solange man stillt. Gleichzeitig legt man allerdings auch den Grundstein dafür, dass die Kinder unterschiedliche Geschmacksrichtungen kennen lernen.

Welche Flasche bzw. welchen Aufsatz brauche ich?

Im Krankenhaus haben mir die Krankenschwestern einen großen Vortrag über Fläschchen gehalten. Jo war wegen einer Neugeborenen Infektion und der damit verbundenen Antibiotika-Einnahme zu schwach um zu stillen, so dass ich Muttermilch abgepumpt habe. Diese hat er dann per Fläschchen bekommen. Erst habe ich darauf bestanden, dass diese mit Medela (*hier ist die unbezahlte Werbung) Aufsätzen gefüttert werden. Diese funktionieren ganz ähnlich zum trinken aus der Brust. Nur dummerweise ist das zwar leichter als stillen, aber immer noch anstrengender als andere Aufsätze. Im Endeffekt habe ich zugestimmt, dass Jo mit dem Aufsatz gefüttert wird, der am leichtesten ist.
Daher sollte man überlegen, warum man die Flasche gibt und anhand des Grundes entscheiden, welchen Aufsatz man verwendet. Nimmt das Baby schlecht zu und trinkt immer zu wenig, ist es ggf. besser einen Aufsatz zu wählen, bei dem die Milch leicht raus kommt und quasi nur geschluckt werden muss z.B. NUK oder Avent (*wieder unbezahlte Werbung). Die Gefahr einer Saugverwirrung ist leider bei der Verwendung gegeben, wenn diese über einen längeren Zeitraum verwendet werden. Jo hatte nach dem Krankenhaus eine Saugverwirrung und es ist wirklich nicht schön, aber man kann daran arbeiten und viele Babys lassen sich zurück an die Brust holen.
Wenn man nur ab und an Zufüttern möchte, würde ich die von Medela* empfehlen. Bei Medela* hatten wir keinerlei Probleme mit der Umstellung, auch nicht bei längerer bzw. häufigerer Verwendung.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?
Für mich ist die Freiheit zu Stillen oder die Flasche zu geben eine tolle Errungenschaft unseres modernen Lebens. Egal ob man die Flasche gibt oder stillt, jeder möchte für sein Kind sicher das Beste. Eine entspannte Mama ist für Kinder sehr wichtig. Daher versucht Euch die Freiheit zu Entscheiden was für Euch und Euer Kind gut ist, nicht von anderen nehmen zu lassen.