KW 19 – Zeit für Ziele

Diese Woche habe ich mal wieder ein Resümee gezogen bezüglich meiner Ziele für 2020. Leider muss ich zugeben, meine Umsetzung war auch im „Lockdown“. Nun kommen die Lockerungen und auch die Umsetzung meiner Ziele werde ich nun wieder mit etwas überarbeiteten Plan starten.

Überprüfung der Ziele

Als erstes mal gucke ich mir an, ob ich überhaupt noch diese Ziele erreichen möchte oder ob sich auch an den Zielen etwas verändert hat. Ich habe letztens gelesen, dass Autopiloten bei Flugzeugen permanent den Kurs kontrollieren und dann anpassen, weil die Flugzeuge durch äußere Umstände (Wind etc.) quasi dauernd in die falsche Richtung fliegen. Wenn man das jetzt überträgt auf die eigenen Ziele, dann beutet das jeder Zeit, wenn sich etwas ändert, sollte man noch einmal prüfen, ob die Ziele überhaupt noch richtig sind.

Ziele ausformulieren

Durch meine Pause habe ich jetzt noch einmal einen ganz anderen Blick auf meine Ziele geworfen und muss zugeben, dass sie teilweise eher eine Richtungsangabe sind als eine wirklich ausformuliertes . Um das ganze etwas deutlicher zumachen, nehme ich mal ein beliebtes Beispiel – „Ich möchte fitter werden.“ – das ist eine Richtung aber ein konkretes ist das nicht. Konkret könnte das so formuliert sein: „Mein ist es 5 km in 30 Minuten zu laufen.“ Für mich reicht auch eine Formulierung wie: „Mein ist es 3 mal die Woche mindestens 30 Minuten Sport zu treiben.“ Sobald dieses erreicht ist und ich das regelmäßig mache und mich damit wohl fühle, kann man es dann noch einmal konkretisieren, damit man wieder ein neues hat. Die Richtung „Ich möchte fitter werden“ ist dabei ja vom aktuellen Fitness-Stand abhängig. Dabei finde ich es wichtig das man erst die Richtung für sich klar kriegt und wenn diese steht, dann anfängt die Ziele langsam so zu konkretisieren, dass es weiter geht.

Priorisierung

Für dieses Jahr habe ich mir mehrere Ziele vorgenommen, die unabhängig von einander sind und aufgrund eines gewissen Zeitaufwandes von jedem Ziel auch einfach nicht alle gleichzeitig mit der gleichen Intensität angegangen werden können. Daher muss ich ganz klar überlegen, welches Ziel ich jetzt angehen möchte. Neben den Zielen, die sich ändern können, so kann sich auch die Priorisierung der Ziele ändern. Im Winter oder sagen wir bei schlechtem Wetter möchte man lieber im Haus Projekte umsetzen (Waschküche reorganisieren, Garderobe neu machen), während man im Sommer bzw. bei schönem Wetter lieber Projekte im Garten umsetzen will (Beete anlegen, Zaun überarbeiten).

Wochenplan

Nachdem ich mir also überlegt habe, was ich jetzt angehen möchte, musste ich mir überlegen, wie ich das denn nun angehen möchte, da hat sich für mich die „to do“-Liste gepaart mit Wochenplänen bewährt. Manche Sachen können gut in Wochenplänen untergebracht werden, andere Sachen sind besser flexibel zum abhacken geeignet. In den letzten Wochen habe ich den Wochenplan unheimlich schleifen lassen. Zwar habe ich jede Woche den Plan ausgedruckt, aber wirklich ausgefüllt habe ich ihn nicht mehr. Besonders die letzten zwei Wochen hatte ich einen irren Durchhänger.

Raus aus der Opferhaltung

Seit die Krise begann habe ich mich in eine Opferrolle zurück gezogen. Ich kann nichts an der Situation ändern „mimimi“-Modus aus und stattdessen gehe ich die Probleme jetzt an, indem ich aktiv nach Lösungen suche. Dafür muss ich mir bewusst machen, welchen Handlungsspielraum ich habe. Meine Handlungen und meine Gedanken bestimmen den Weg, wenn ich das Opfer Höherer Gewalt spiele, dann lasse ich Tage, Wochen, Monate verstreichen ohne weiter an meinen Zielen zu arbeiten, obwohl sich vielleicht Wege ergeben, wenn man genau hinsieht. Natürlich machen es einem die Lockerungen, die politisch gerade durch sind, wieder viel einfacher den eigenen Handlungsspielraum wahrzunehmen.

Handlungsspielraum

Mein Handlungsspielraum (den ich bisher als sehr gering eingeschätzt habe) ist alleine durch die Beschäftigung damit was geht und was nicht geht viel größer geworden. Ich kann eine Menge umsetzen und machen damit ich weiter komme. Dadurch das sich die Einstellung zu einer Situation ändert, wenn man seinen eigenen Handlungsspielraum betrachtet, ändert sich auch der Umgang in der Situation.

Raus aus der Komfortzone

Natürlich heißt es für mich nun erst einmal wieder „raus aus der Komfortzone“, denn viele meiner Ziele haben etwas damit zu tun, dass ich Gewohnheiten ändere, die mir nicht gut tun, aber so unglaublich bequem sind. Daher starte ich nun wieder durch, indem ich einen Plan erstelle für die nächste Woche, diesen dann umsetze auch wenn es mir unglaublich schwer fallen wird. Die Entscheidung ist gefallen, es geht wieder los und zwar einfach weil ich das so möchte, schließlich habe ich nicht vor am Ende des Jahres Bilanz zu ziehen und kaum eines meiner Ziele erreicht zu haben.

Fazit

Manchmal muss man sich einfach selbst ein bisschen anstoßen, damit man seine eigene Komfortzone verlässt und neue Wege beschreitet. Schließlich ändern sich die äußeren Umstände regelmäßig und dann kann sich auch alles andere ändern. Regelmäßig einfach mal hinterfragen, ob das was man macht das Richtige ist und welche Prioritäten da hinter stecken, ist sicherlich eine gute Idee. Für mich macht es einen großen Unterschied, in meiner Reaktion auf äußere Reize, wie meine aktuelle innere Haltung zu einer Situation ist. Bin ich ganz bei mir, dann kann ich auch entspannter und besser auf unerwartete Situationen reagieren.

Was sind Eure Ziele? Konntet Ihr Eure Motivation und Eure Pläne trotz des Lockdowns weiter durchziehen oder habt Ihr auch eine kleine Pause eingelegt?